farben berlin
[installation]
farbenberlin

2006.05.30 – 2006.07.16
sonambiente berlin 06
Ruin Franziskaner church / Berlin (GER)

farben / colors

The installation farben (colors) is a subtle interplay with the phenomena of the world around
us on the level of sensory experience. Its starting point is public space with its sounds and
noises, its architectonic, social, functional and rhythmic structures. These are the farben
(colors) – the characteristics from which Sam Auinger and Hannes Strobl develop the language
of their composition for concrete space.

Ambient acoustic events and musical sequences recorded on site serve as the sound material.
They determine the composition’s spatial form and temporal course. The strategy of the
installation is to conduct a constant dialogue between reality and imagination and to
facilitate open interaction between the “outer” world and the world of “inner” images and
impressions. The sonic environment, which has very specific features and qualities in each
place, – it might be loud or quiet, light or dark, pulsing or fading, clear or diffuse – is
conceived of as an instrument.

Through direct contact, capturing the location’s moods and idiosyncrasies, and precise
analysis, its many variations are revealed. farben (colors) transforms the city’s pulse, the
“breath” of the place, into a poetic and musical space that foregrounds sensory perception.
The “aesthetic” space that is generated, “intoned” through intuition, emotion and bodily
states, becomes a natural part of the sonic ambience.

As tamtam puts it, “the sound environment becomes the instrument, the instrument becomes
the sound environment”. The great, apparently incommensurable contrasts of the urban
metropolis – here, the constant noise of passing autos, the roar of the busy main arteries
around Alexanderplatz that coexists alongside the ruins of a Franciscan monastery church, a
space of contemplation and remembrance – are combined so that they can be experienced in a
manner that is subjectively relevant without getting in the way of feelings of identity.

The place itself is brought into relationship with the “feeling of being present”. The city,
its history, architectural development, social functioning and its ensuing “pronouncements”
are brought into focus as a part of ourselves. The farben , the colors of our surroundings,
are not just abstract signs and signals that aid in orientation, nor a system to which we
would want to unconsciously submit. Colors, like the installation by Sam Auinger and Hannes
Strobl, have a broad spectrum and are linked to a complex perceptual interplay, to the light
that makes them appear and disappear.
(Melanie Uerlings)

Ruine der Franziskaner Kirche zum grauen Kloster / Berlin (D)

Farben ist eine Soundinstallation im öffentlichen Raum.
Sie schafft einen poetischen Klangraum, der mit dem Raum-Zeitempfinden der Besucher spielt.
Der Raum beschleuingt und verlangsamt, erhellt und verdunkelt sich.

Ausgangspunkt ist der öffentliche Raum mit seinen Klängen und Geräuschen in seiner
architektonischen, sozialen, funktionalen und rhythmischen Struktur. Aus diesen Farben
(charakteristika) entwickelt sich die musikalische Sprache der Komposition, das Klangmaterial
und die Kompositionsstrategie, die immer wieder aufs neue mit den akustischen Ereignissen vor
ort in Dialog treten. Teile des Klangmaterials werden vor ort eingespielt, vorproduziertes am
Ort gestimmt und die Komposition im Konkreten Raum erstellt.

Material and Komposition: tamtam
Installation-Aufbau: Gerd Thaller

farben

Die Installation farben ist ein subtiles Wechselspiel mit den Erscheinungen der uns umgebenen
Welt auf der Ebene sinnlicher Erfahrung. Ihr Ausgangspunkt ist der öffentliche Raum mit seinen
Klängen und Geräuschen, in seiner architektonischen, sozialen, funktionalen und rhythmischen
Struktur. Dieses sind die farben bzw. Charakteristika aus denen Sam Auinger und Hannes Strobl
die Sprache ihrer Komposition für den konkreten Raum entwickeln.

Die akustischen Ereignisse der Umgebung und vor Ort eingespielte musikalische Sequenzen dienen
als Klangmaterial. Sie bestimmen den zeitlichen Verlauf und die räumliche Gestalt der Komposition.
Die Strategie der Installation ist es, einen stetigen Dialog zwischen Realität und Imagination zu
führen und eine offene Interaktion zwischen der „äußeren“ Welt und der Welt „innerer“ Vorstellungen
und Empfindungen zu ermöglichen. Das klangliche Geschehen der Umwelt, das an jedem Ort ganz
bestimmte Merkmale und Eigenschaften hat – es ist laut oder leise, hell oder dunkel, impulsiv oder
verrauscht, klar oder diffus … –, wird in der Konzeption der Installation farben zu einem
Instrument.

Der direkte Kontakt, das Einfangen seiner Stimmungen und Eigenheiten sowie eine genaue Analyse
offenbaren dessen Spielarten. Das Pulsieren der Stadt, der „Atem“ des Ortes wird in der Installation
in einen poetischen und musikalischen Raum überführt, der die sinnliche Wahrnehmung in den
Vordergrund rückt. Der hier entstandene „ästhetische“ Raum, „intoniert“ von Intuition, Emotion und
dem leiblichen Befinden, wird selbstverständlicher Teil der Klangumgebung. „Das Soundenvironment
wird zum Instrument, das Instrument zum Soundenvironment“, so tamtam. Die großen, scheinbar
unvereinbaren Gegensätze der städtischen Metropole – hier, das Nebeneinander des stetigen Lärms
vorüberfahrender Autos, des Rauschen der hoch frequentierten Hauptverkehrsstraße am Alexander-
platz und der Ruine der Franziskaner Klosterkirche, einem Raum der Kontemplation und des
Gedenkens – werden dabei so miteinander verknüpft, dass sie in einer das individuelle Subjekt
betreffenden Weise erfahrbar werden und dem Gefühl von Identität nicht im Wege stehen.

Der Ort selbst wird mit dem „Sich-Befinden“ in Beziehung gesetzt. Die Stadt, ihre Geschichte, ihre
architektonische Entwicklung, ihre gesellschaftliche Funktion und ihre resultierenden
„Verlautbarungen“ werden als ein Teil unserer selbst thematisiert. Die „Farben“ unserer Umwelt sind
nicht nur abstrakte Zeichen und Signale, die der Orientierung dienen, sie sind kein System dem wir
uns bewusstlos fügen mögen. Farben, wie die Installation von Sam Auiger und Hannes Strobl, haben
ein breites Spektrum und sind an ein komplexes Wechselspiel der Wahrnehmung gebunden, an das
Licht, was sie erscheinen und verschwinden lässt.
(Melanie Uerlings)

Aufbau der Soundinstallation farben in Berlin 2006:
im innenraum der ruine werden fünf lautsprecher verwendet, die sich in drei qualitäten unterscheiden
lassen:
A zwei breitbandlautsprecher angebracht an der innenwand des linken seitenschiffes
B zwei phillipshörner von denen das eine im oberen bereich des portals, das andere
am kopfende des linken seitenschiffes installiert werden. beide Lautsprecher sind in den innenraum
gerichtet.
C ein cube (betonwürfellautsprecher, leihgabe O+A) aufgestellt im altarbereich der
kirche.

A, B + C unterscheiden sich extrem in ihrem klang- und abstrahlungsverhalten.
A repräsentiert unseren gewohnten, „neutralen” lautsprecherklang.
B sind hörner, die den klang färben und verändern.
C ist ein betonwürfellautsprecher mit neutralem klang, dessen besonderheit in seiner erscheinung und
abstrahlverhalten liegt; sein klang hat keine richtung. dieser lautsprecher wurde von bruce odland/sam
auinger 1990 für installationen im öffentlichem raum entwickelt. bespielt werden die fünf lautsprecher
von drei cd-playern